Kapitel 18

Amanda war perplex. »Du hast dich geweigert, überhaupt zu verkaufen?«

Fuchs nickte grimmig. Der heiße Zorn, den er während der Besprechung mit Humphries verspürt hatte, war zum Teil verflogen, doch der Ärger brannte noch immer tief in den Eingeweiden. Eins stand jedenfalls fest: Er würde kämpfen. Auf dem Weg von Humphries Büros zu ihrer Hotelsuite hatte Fuchs eine unumstößliche Entscheidung getroffen. Er würde schon dafür sorgen, dass Humphries dieses selbstgefällige Grinsen verging — was auch immer es kosten würde.

Amanda saß im Wohnzimmer ihrer Suite, als Fuchs zornig und ungeduldig zur Tür hereinkam. Er sah ihren erwartungsvollen Gesichtsausdruck und wurde sich bewusst, dass sie die ganze Zeit auf ihn gewartet hatte; sie war weder einkaufen gegangen noch hatte sie sonst etwas getan, außer auf seine Rückkehr zu warten.

»Ich konnte es nicht tun«, sagte Fuchs so leise, dass er sich nicht sicher war, ob sie ihn überhaupt gehört hatte. Er räusperte sich und wiederholte: »Ich konnte nicht an ihn verkaufen. Um nichts in der Welt.«

Amanda ließ sich auf eins der kleinen Sofas sinken, die im Raum verteilt waren. »Lars … wie soll es denn nun weitergehen?«

»Ich weiß nicht«, sagte er. Das entsprach zwar nicht ganz der Wahrheit, aber er wusste nicht, ob er mit der ganzen Wahrheit herausrücken sollte. Er setzte sich auf den Stuhl neben Amanda und nahm ihre Hände in seine. »Ich sagte ihm, dass ich wieder nach Ceres gehen und noch einmal von vorn anfangen würde.«

»Noch einmal von vorn anfangen? Wie denn?«

Er rang sich ein Lächeln für sie ab, um seine wahren Gefühle zu verbergen. »Wir haben noch immer die Starpower. Wir könnten wieder als Prospektoren arbeiten.«

»Wieder in einem Schiff hausen«, murmelte sie.

»Ich weiß, dass es ein Schritt zurück ist.« Er zögerte und fand dann den Mut zu sagen: »Du musst nicht mit mir kommen. Du kannst auf Ceres bleiben. Oder … oder wo du sonst gern leben möchtest.«

»Du würdest auch ohne mich gehen?« Das schien sie zu verletzen.

Fuchs wusste, dass Amanda entsetzt wäre, wenn er ihr von seinen wirklichen Plänen und seinem wahren Ziel erzählte. Sie würde es ihm auszureden versuchen. Und noch schlimmer, wenn sie erst einmal erkannt hatte, dass er sich davon nicht abbringen ließ, würde sie darauf bestehen, ihn auf jedem Schritt des Weges zu begleiten.

Also hielt er sich bedeckt. »Liebste Amanda … ich kann doch nicht von dir verlangen, wieder wie damals zu leben. Ich habe den Schlamassel angerichtet, und nun muss ich auch …«

»Lars, er wird dich umbringen!«

Er sah, dass sie wirklich Angst hatte.

»Wenn du allein zum Gürtel zurückkehrst«, sagte Amanda dringlich, »wird er jemanden auf dich ansetzen und dich umbringen lassen.«

Fuchs erinnerte sich an Humphries’ Worte: Sie sind ein toter Mann, Fuchs.

»Ich kann schon auf mich aufpassen«, sagte er grimmig.

Ich muss mit ihm gehen, sagte Amanda sich. Martin wird nichts gegen Lars unternehmen, wenn die Gefahr besteht, dass ich dabei zu Schaden komme.

»Ich weiß, dass du auf dich aufpassen kannst, Liebling«, sagte sie sanft und beschwichtigend zu ihrem Mann, »aber wer wird dann auf mich aufpassen?« Sie streichelte ihm die Wange.

»Du würdest mit mir gehen?«

»Natürlich.«

»Du willst mit mir gehen?« Er vermochte sein Glück kaum zu fassen.

»Ich will bei dir sein, Lars«, sagte Amanda leise. »Wo auch immer du hingehst.«

Martin hat es im Grunde nur auf mich abgesehen, sagte sie sich. Ich bin der eigentliche Grund für diese ganze Malaise. Ich bin der Grund, weshalb mein Mann in einer solchen Gefahr ist.

Und Fuchs sagte sich, sie will vor Humphries fliehen. Sie hat Angst vor ihm. Sie befürchtet, dass, wenn ich nicht nah genug bei ihr bin, um sie zu beschützen, er sie mir wegnimmt.

Und die Glut seines Zorns wurde wieder zu heißer Wut angefacht.

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